Modul 0 · Mental Model & SetupT1Gratis10 Min Lesedauer

Bevor du startest: Terminal, Editor, Browser

Drei Werkzeuge, die du im Kurs durchgehend nutzen wirst — kurz erklärt, ohne Vorwissen.

Wenn du noch nie ein Terminal-Fenster geöffnet hast: keine Sorge. Diese Lektion erklärt in 10 Minuten die drei Werkzeuge, mit denen du den Kurs durchgehend arbeiten wirst — und macht klar, warum es nicht ganz ohne sie geht. Wenn du dich mit Terminal schon auskennst, kannst du diese Lektion überfliegen und direkt zu Lektion 0-1 springen.

1. Das Terminal — kein Hexenwerk

Das Terminal ist ein Fenster, in das du Befehle tippst. Du tippst etwas, drückst Enter, und der Computer macht's. Das war's.

Das wirkt für viele zunächst einschüchternd, weil's keine Buttons gibt. Aber es ist kein Programmieren — es sind Befehle, die jeder Computer seit den 70ern versteht. Und für Claude Code ist es das natürliche Zuhause.

Wie öffnest du es?

Auf macOS:

  1. Drücke Cmd + Leertaste (das öffnet Spotlight).
  2. Tippe Terminal und drück Enter.

Auf Windows:

  1. Klick auf das Start-Menü.
  2. Tippe PowerShell und drück Enter. (Alternativ: Windows Terminal aus dem Microsoft Store, das ist die modernere Variante.)

Auf Linux (Ubuntu, Debian):

  1. Drücke Ctrl + Alt + T. (Auf den meisten Distributionen funktioniert das.)

Es öffnet sich ein meist schwarzes Fenster mit einer kleinen Eingabeaufforderung — etwas wie lars@MacBook ~ % oder PS C:\Users\Lars>. Das ist alles. Du kannst jetzt tippen.

Probier's einmal

Tipp folgendes, dann Enter:

echo "Hallo Welt"

Antwort:

Hallo Welt

Was passiert ist: echo ist ein Befehl, der den Text dahinter ausgibt. Du hast gerade dein erstes Terminal-Kommando gegeben.

Was brauchst du noch zu wissen?

Vier Konzepte reichen für 95 % aller Befehle in diesem Kurs:

  • Verzeichnis wechseln: cd <pfad> — z. B. cd ~/Documents. ~ ist dein Home-Verzeichnis.
  • Aktuelles Verzeichnis anzeigen: pwd (macOS/Linux) oder Get-Location (PowerShell).
  • Dateien auflisten: ls (macOS/Linux) oder dir (PowerShell).
  • Befehl abbrechen: Ctrl + C (auch macOS — nicht Cmd + C).

Wenn du in einem Befehl steckenbleibst (z. B. ein Server läuft und du willst raus): Ctrl + C. Falls das nicht hilft: Terminal-Fenster zumachen und neues öffnen.

2. Der Editor — VS Code

VS Code ist ein kostenloser Editor, in dem du deinen Code schreibst und liest. Wir installieren ihn in Lektion 0-4 — du musst hier noch nichts tun.

VS Code hat eine besonders praktische Eigenschaft: ein eingebautes Terminal. Du kannst es im Editor öffnen mit:

  • macOS: Ctrl + (das Backtick-Zeichen, links neben der 1)
  • Windows/Linux: Strg +

Das ist genau dasselbe Terminal wie das aus Schritt 1 — nur dass es innerhalb deines Editors lebt. Im Kurs wirst du beides sehen: manchmal ein „echtes" Terminal-Fenster, manchmal das im Editor. Beides ist okay.

3. Der Browser — als Werkzeug, nicht nur zum Surfen

Du wirst Chrome (oder Firefox, oder Safari) regelmäßig brauchen, um:

  • deine eigene Website lokal zu sehen (http://localhost:3000),
  • in DevTools zu schauen, was im Browser passiert (Rechtsklick → Untersuchen),
  • Login-Flows mit echten Browser-Cookies zu testen.

Wir empfehlen Chrome für die Entwicklungs-Arbeit — die DevTools sind dort am ausgereiftesten. Privat kannst du nutzen, was du willst.

Was ein Befehl nicht ist

Ein typisches Missverständnis: dass das Tippen eines Befehls „Programmieren" ist. Das ist es nicht. Programmieren ist das Schreiben neuer Logik in einer Programmiersprache. Befehle sind nur Anweisungen an Tools, die jemand anders schon programmiert hat — wie das Drücken von Buttons, nur eben mit Tasten.

Du programmierst in diesem Kurs — aber nicht durch Tippen von npm install. Sondern durch das Schreiben (oft mithilfe von Claude Code) von Code in .tsx-, .ts- und .sql-Dateien.

Wenn dich das alles trotzdem überfordert

Drei ehrliche Hinweise:

  • Niemand hat das gebaut, was im Terminal passiert, aus dem Kopf gewusst. Jede:r kopiert und passt an.
  • Wenn du auf einen Fehler stößt, den du nicht verstehst — kopier ihn in Claude Code und frag „was bedeutet das?". Du wirst eine deutsche Erklärung bekommen.
  • Es gibt ein bewährtes Vorgehen: erstmal blind nachmachen, dann verstehen. Versteh nicht jeden Befehl, bevor du ihn tippst — sonst kommst du nie an. Tippe, beobachte, was passiert, dann frag dich (und Claude) im Nachhinein, warum es so funktioniert hat.